Flug:
Hannover-Paris-Johannesburg-Kapstadt
Hannover:
Manche Gepäckstücke werden zweimal gescannt, ich muss meine Mehrzweckzange da lassen und ein auffälliges Slotblech wird neugierig beäugt - darf es dann aber doch mitnehmen, nachdem ich erklärt habe, um was es sich handelt
Paris:
Alle Gepäckstücke werden nur einmal gescannt, Slotblech fällt auch hier auf, darf es dann aber auch mit auf den Flug nehmen (Warum nehme ich eigentlich ein Slotblech mit nach Afrika?)
Johannesburg:
Ich sage vor dem Sicherheitscheck schon zu Annika: "Pass auf gleich finden sie das Slotblech in der Jacke!" - Falsch gedacht. Die Jungs hier sind einfach etwas lässiger drauf und lassen mich mit einem länglichen Metallteil in meiner Jackentasche ins Flugzeug steigen.
1. Erklärung: Es waren vor mir gerade 10 andere Leute mit Slotblechen in der Tasche dran und es war den Security Guys einfach zu blöd zum elften Mal was zu sagen.
2. Erklärung: Es lag daran, dass einfach keiner auf den Monitor vom Scanner geschaut hat, während mein Gepäck durchlief (die Leute hier sind einfach ein bisschen (nennen wir es mal) "sorgloser" als die Europäer

Wir müssen zum Flughafen für Inlandsflüge wechseln. Da ich etwas verloren umher irre, bietet sich ein hilfsbereiter junger Mann, der eine Jacke mit der Aufschrift "Official Porter" trägt, an, mir meine Wagen mit den Koffern zu schieben, da er ja wisse, wo man lang muss! Leider verläßt ihn auf halbem Wege die Lust, diesen - doch etwas weiten (500 m)- Weg vollständig zu beschreiten und er hört einfach mitten zwischen den beiden Flughäfen auf einem Bürgersteig an, will sein Geld haben und meint "Jetzt nur noch gerade aus und dann bei B27 rechts rein." ...ja, wenn einen die Lust verläßt...
Nach dem einchecken (s.o.), auf dem Weg zum Flugzeug (der hier wie in allen südlichen Ländern nicht über eine Gangway, sondern über Bustransfer zur Rollbahn abläuft), fällt mir eine größeren Gruppe von Flughafenarbeitern auf, die bei dem Gepäck chillt bis der Notartzt kommt. Ich hoffte, dass es nicht unser Gepäck war, doch es war unser Gepäck. Als wir im Flugzeug saßen, sagte der Captain, dass es noch ein Problem beim Verladen gäbe *huestel*. Dann folgten zum Unmut meiner Mitinsassen, die scheinbar alle wichtige Geschäftstermine in Kapstadt wahrzunehmen hatte, alle 10 Minuten Statusberichte vom Captain bezüglich des Verladens: "Meine Damen und Herren, es scheint an einem Container zu liegen, der zu schwer ist.", "Meine Damen und Herren, Sie dürfen jetzt ihre Handys wieder anschalten und in Kapstadt anrufen bei von wem auch immer sie erwartet werden. Es kann noch ein bisschen dauern.", "Meine Damen und Herren ich habe 'kind of good news' für Sie: Der Container wurde jetzt aufgebockt, aber irgendwie scheint es immer noch Probleme beim Verladen zu geben".... naja, eine 1 h und 10 min später konnten wir dann endlich starten.
Kapstadt:
Hammer Wetter! Wir werden von Solomon abgeholt, einem Studenten von Annikas Professorin. Ab jetzt prasseln neue Eindrücke auf mich herein: 1) Die Leute fahren alle links, was sehr verwirrend ist, weil ich andauernd denke, dass wir gleich einen Unfall bauen. 2) Solomon beeindruckt mich sehr. Er erzählt von seiner Heimat Eritrea, in die er nicht zurück kann, wegen der politischen Instabilität und dass er dort sogar in der Basketballnationalmannschaft gespielt hat. 3) Die Straßen sind teilweise von Meeren von Papphütten gesäumt. Sowas hatte ich zwar schon im TV gesehen und wurde mir schon in Erzählungen beschrieben - aber Junge, nichts kann dich darauf vorbereiten, wenn Du es erst einmal mit eigenen Augen siehst! Dann gehts mit Annikas Professorin zum Haus.
2. April 2006, 12:22 Uhr