zithini ezintsha? - Kapstadt, Afrika Blog
Archiv 4. April 2006

Hole in the ground

Nach einem Erlebnisreichen Tag bei der Arbeit, werde ich von meinen beiden Mitbewohnerinnen abgeholt. Wir wollen bei einer Freundin in Rondebosch "nur noch schnell" ein paar Sachen abgeben. Dort angekommen, bleiben Saskia und ich im Auto damit es schneller geht. Nach einiger Zeit wundern wir uns echt, wo Annika geblieben ist. Ich versuche sie anzurufen, ihr Handy klingelt auch, allerdings auf dem Fahrersitz vor mir :/ Nagut, dann muss ich mich eben auf die Suche machen. Ich laufe ein paar Häuser ab, weil ich nicht genau gesehen habe, in welches sie gegangen ist (war noch in deren WG). Hmmm keine Namensschilder - weder an Klingel, noch an Briefkasten - und das bei Mehrfamilienhäusern. Naja, zurück ins Auto, weiter warten. Irgendwann nach einer Ewigkeit kommt Annika dann an. Sie war im Treppenhaus eingeschlossen. Tja, sowas geht nur in Südafrika, mit den tollen Alarmsystemen. Sie hat anscheinend wieder an der Wohnung geklopft, doch wurde nicht gehört und konnte erst befreit werden als jemand anders ins Haus wollte. So jetzt schnell nah Hause, es ist ja schon spät und die Aktion dauert schon wieder viel zu lange. Doch was ist das, die Zündung geht nicht! Argh! Nochmal probieren, vielleicht liegts ja am "immobilizer" (is so ne Sicherheitswegfahrsperre). Geht wieder nicht. Naja, dann eben anschieben. Ich schiebe das Auto also an, Annika lässt den Gang kommen und das Auto gibt ein paar Laute von sich. Doch jetzt kommt übelster Rauch aus dem Motor und es riecht nach Benzin! Nein! Wir haben das Auto doch erst ein paar Tage! Tja, hilft ja alles nix: erstmal den Verkäufer anrufen. Is echt ein netter Kerl. Doch er sitzt irgendwo fest und kann uns nich helfen. Wir sollen der Versicherung bescheid sagen. [Jetzt spielt sich unglaublich viel hin und her ab, wer uns abholen soll er oder die Versicherung etc.] Als nach geraumer Zeit endlich raus ist, wie wir alles regeln, fragt Annika noch "Wer hat denn jetzt den Autoschlüssel?" Ich habe ihn in der Hand und rufe: "Ich!" Da entgleitet mir der Schlüssel und ich höre noch das Geräusch, wie der Schlüssel eine Blätterschicht durchbricht. Doch Moment mal, Blätter? Ich steh doch an der Strasse auf dem Bordstein. Wenn hier ein Schlüssel auf den Boden fällt, müsste das ein metallisches Geräusch geben. Als ich nach unten gucke, sehe ich das Dilemma: Der Schlüssel ist in ein Loch im Bordstein gefallen. Ich denke: "Hoffentlich ist das nicht Tief. Ach wird schon nicht, sieht ja so harmlos aus." Aber leider ist es sehr tief. Meine Hand passt kaum rein, weil es so schmal ist, so dass ich den Schlüssel, den ich vor lauter Blättern und Kellerasseln nicht mal sehen kann, nicht erreiche. Ich dursuche also die Gegend nach einem Stock und denke die ganze Zeit: "Das darf doch jetzt echt nicht wahr sein. Erst der ganze Stress mit dem Auto und jetzt noch das." Ich finde auf einem nahegelegenen Müllhaufen eine Latte. Doch auch damit habe ich irgendwie keinen Erfolg. Doch da kommt auch schon Annika, der ich die Sache schildere und die nach einiger Überzeugung auch glaubt, dass ich sie nicht veräppeln will. Sie kann mit ihren dünnen Handgelenken zum Glück weiter in das Loch fassen als ich und kriegt den Schlüssel auch dort raus. Puh! DANKE! [Warten, Auto weg bringen, Nach Hause fahren] Die ganze Aktion dauerte von 17:15 h bis 21:15 h und sollte nur 30 min. dauern... und was mit dem Auto ist, erfahren wir morgen.

Archiv 4. April 2006